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Dehmel zählt in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Dichter. Prominente Komponisten, wie Richard Strauss, Max Reger und Kurt Weil und viele mehr, ließen sich von Dehmels Gedichten inspirieren und nutzten diese als Bestandteil ihrer Kompositionen.

Arnold Schönberg nahm sein Gedicht „Weib und Welt“ und komponierte daraus sein Opus 4 „Verklärte Nacht“ für Streichsextett. Der Musiker Heinrich Kasper Schmid (1874-1953) bekam ebenfalls Inspirationen aus Dehmels Gedichten und schrieb unter vielen anderen Stücken, seinen Opus 20 „Schutzengel für Singstimme und Klavier“, „Liederspiel“ zur Laute, Klavier Opus 31. Außderdem nutzte er die Gedichte „Erntelied“, “ Die Getrennten“,“ Wiegenlied für einen Jungen“ für seine Vertonungen.
Das Gedicht „Nicht doch“ benutzte er für seinen Männerchor Opus 49.

Biografie

  • Richard Dehmel wird im Spreewald geboren ,wo sein Vater als Förster tätig ist.
  • 1872 bekommt er die Möglichkeit, auf ein Berliner Gymnasium zu gehen.
  • 1882 erhält er sein Abitur und studiert Naturwissenschaften, Nationalökonomie und Philosophie.
  • 1887 promoviert Dehmel in Leipzig mit einem Thema aus dem Wissensgebiet der Versicherungswirtschaft. Danach verdient er seinen Unterhalt als Sekretär im Verband der Privaten Deutschen Versicherungsgesellschaften in Berlin und hat Umgang mit Vertretern des Berliner Naturalismus.
  • 1889 ehelicht Richard Dehmel Paula Oppenheimer, eine Märchendichterin mit der er gemeinsam Kinderbücher schreibt.
  • 1891 und 1893 verfasst er seine ersten Gedichtsbände „Erlösungen“ und „Aber die Liebe“.
  • 1894 gründet er die Zeitschrift PAN mit und zu Beginn des darauffolgenden Jahres kündigt er seine Arbeit beim Versicherungsverband und verdient sein Geld als freier Schriftsteller. Zu der Zeit macht er die Bekanntschaft mit Ida Coublenz, die verheiratet ist und den Namen Auerbach trägt.
  • 1896 veröffentlicht Dehmel den Gedichtsband „Weib und Welt“, dessen Hauptthema Liebe und Sexualität ist. Dieses Thema wird von ihm zu einer Kraft stilisiert, die die konventionellen Ansichten des Bürgertum sprengen soll. Das aus diesem Gedichtsband stammende Gedicht „Venus Consolatrix“ trägt Ihm eine Klage wegen „Verletzung religiöser und sittlicher Gefühle“ ein. Dieser Text erhält eine Zensur und die besagten Zeilen werden geschwärzt. Doch gerade durch diesen Skandal vergrößert sich sein Bekanntheitsgrad.
  • 1899 lässt er sich von Paula scheiden und geht mit Ida auf weite Europareisen.
  • 1901 zieht er nach Hamburg, nicht weit entfernt von seinem vertrauten Freund Detlev von Liliencron. Dort heiratet er auch Ida Auerbach.
  • 1912 überzeugt er die Kleiststiftung, dass der Kleistpreis nicht mehr durch Mehrheitsbestimmung vergeben werden sollte, sondern durch einen Vertrauensmann, der den Gewinner allein bestimmt und jeweils nach einem Jahr neu gekürt wird. In dieser Zeit zieht Dehmel in sein selbstentworfenes Dehmel-Haus in Blankenese ein.
  • 1914 bricht der Erste Weltkrieg aus und er meldet sich freiwillig zum Millitär und dient als Soldat bis 1916.
  • 1918 kurz vor Beendigung des Krieges appelliert Dehmel an die Deutschen noch durchzuhalten.
  • Am 8. Februar 1920 stirbt Richard Dehmel an den Folgen einer im Krieg zugezogenen Venenentzündung.